"Narrentief und Schachtelkopf" (bis 26.4.2026)
Kulturforum Schwimmhalle Schloss Plön
Mit der Ausstellung „Narrentief und Schachtelkopf“ zeigt der Kunstverein Schwimmhalle
Schloss Plön vom 29.3. bis zum 26.4.2026 Werke dreier Künstler, deren Wurzeln in
Schleswig-Holstein liegen, und die auch durch ihre Zeit an der Muthesius Kunsthochschule
Kiel geprägt worden sind.
Kunst bringt Menschen zusammen, stiftet Räume der Freiheit, ermuntert uns zum Nachdenken
und ermöglicht die Erfahrung von Schönheit. Kunst hat auch das Potential, die herrschenden
Verhältnisse zu kritisieren und unsere Sinne für neue Möglichkeiten zu öffnen.
Menno Fahl (*1967) studierte an der Muthesius-Hochschule in Kiel, arbeitet jedoch in Berlin.
In unserer Ausstellung konzentrieren wir uns auf seine Bildhauerarbeiten mit Dada-mäßigen
Strukturen aus Fundstücken, entstanden in einem Prozess, einem Spiel mit Form und Farbe.
Für ihn ist eine Arbeit dann besonders geglückt, wenn etwas von diesem Spiel im
abgeschlossenen Werk erkennbar bleibt, sodass der Betrachter den Eindruck hat, er wäre
mitten im Prozess dabei. Ein Kunstwerk, das nicht lebendig ist, hat seiner Meinung nach
etwas Wesentliches verfehlt. Auf diese Weise entstehen Bilder im Kopf des Betrachters, die
schon einen poetischen Effekt haben können.
Imme Feldmann (*1964) lebt und arbeitet in Schleswig, ihre Holzschnitte sind „neben aller
Pop-Art-Anmutung und Plakativität in ihrer Verknappung auch stille Arbeiten und geradezu
wortvermeidend. Wie das Piktogramm dem Suchenden ohne Worte die Richtung weisen
kann, so vermittelt uns die Künstlerin – man möchte fast sagen mit spröder Geste –
gleicherweise Allgemeingültiges und Abgründiges.“ (Anders Petersen, 2015)
Elmar Jacob (*1963) teilt seine Zeit zwischen Berlin und Kiel. Sein Werk „ist eine Art
persönliches Notizbuch. Alles, was ihn emotional und intellektuell beschäftigt, wird
übereinander, nebeneinander, miteinander auf Papier und Leinwand gebracht. … Das
seltsam verwobene Miteinander von ornamentalen und figürlichen Bildelementen auf einem
Malgrund entführt den Betrachter in eine märchenhafte Welt der Tagträume, Visionen und
Ahnungen. … Es bleibt die Freiheit und Aufgabe des Betrachters, die Anspielungen selbst zu
deuten, Assoziationsfelder sind genug eröffnet.“ (Jens Martin Neumann, 2012)
Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern Kunst macht sichtbar. (Paul Klee)
Das Thema `Kopf´ ist vielfach im Schaffen Menno Fahls zu finden, ob als Skulptur, Malerei
oder grafische Komposition.
Imme Feldmann zeigt vorwiegend Holzschnitte; sie lässt sich gern von alltäglichen
Situationen inspirieren und spiegelt Absurditäten oder schräge Situationen wider.
Elmar Jacob lotet die Untiefen des Daseins aus, existentielle Grenzsituationen, Tagträume
regen ihn zu seinen malerischen Bildfindungen durch spielerischen Umgang mit dem
„Malmaterial“ an.
Diese drei künstlerischen Positionen, die so noch nicht zusammen ausgestellt wurden,
kommen in der Ausstellung „Narrentief und Schachtelkopf“ zur Geltung.
Auf diese Weise entsteht eine – auch in formaler Hinsicht – spannende Kooperation, die in
dieser Kombination als Medium für Protest, sozialen Wandel und kritische Reflexion
gesellschaftlicher Zustände dienen kann und zum Nachdenken ermuntert.
Die Besiegbarkeit des Unbekannten
Hatte sich schlagartig herabgesetzt
Menschen starben an geheimnisvollen Krankheiten
Giraffenherden flohen in den Norden
Stumme Panik auf allen Strassen
Es wurde höchstens mal der Hund vor die Tür
gekehrt
Morgen klopft es
Vielleicht auch bei Dir
Was willst Du tun?
Wen wirst Du einlassen?